Riester Rente – das müssen Sie wissen!

Die Riester Rente wurde 2002 eingeführt, um die private Altersvorsorge von Arbeitern, Angestellten und Beamten zu fördern. Da vielen Menschen heute später Altersarmut droht, ist eine private Altersvorsorge heute um so wichtiger, um in Zukunft den eigenen Lebensstandard zu halten.

Um die maximalen Zulagen zu erhalten, müssen Sparer mindestens vier Prozent ihres sozialversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens in einen Riester Vertrag investieren. Gleichzeitig wird die Riester Rente noch über steuerliche Vorteile gefördert.
Sparschwein als Symbol für private Riester Rente

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Die Riester Rente kann in verschiedenen Varianten, beispielsweise als klassische oder fondsgebundene Rentenversicherung, Banksparplan oder auch zur Finanzierung einer eigenen Immobilie abgeschlossen werden. Die Formen haben jeweils unterschiedliche Vor- und Nachteile.

Ein Verlustrisiko besteht dabei nicht. Selbst bei den fondsgebundenen Produkte werden zumindest die Einzahlungen plus Zulagen wieder ausgezahlt.

Wichtigsten Fakten zur Riester Rente:

  • Riester Rente unterstützt Arbeitnehmer und Beamte bei der Altersvorsorge.
  • Förderung erfolgt durch staatliche Zulagen und Steuervorteile.
  • Pro Sparer bis zu 154 Euro Jährliche Zulage, für jedes Kind nochmals bis zu 300 Euro.
  • Jährlich bis zu 2.100 Euro als Sonderausgaben absetzbar.
  • Im Alter erhalten Sparer eine lebenslange Rente.
  • Einkünfte aus dem Riester Vertrag müssen versteuert werden.

Wer kann von einer Riester Förderung profitieren?

Bei der Riester Rente wird zwischen unmittelbar anspruchsberechtigen und nicht unmittelbar förderberechtigten Personen unterschieden.

Unmittelbar anspruchsberechtigt sind:

  • Arbeitnehmer und Auszubildende, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind.
  • Rentenversicherungspflichtige Selbstständige.
  • Beamte und Empfänger von Amtsbezügen
  • Wehr- und Zivildienstleistende
  • Eltern während der Kindererziehungszeiten/Elternzeiten
  • Bezieher von Arbeitslosengeld oder ALG II
  • Empfänger von Kranken-, Verletzten- und Versorgungskrankengeld oder Übergangsgeld, sofern während der Bezugszeit eine Versicherungspflicht besteht.
  • Über die Altersversicherung für Landwirte pflichtversicherte Personen
  • Geringfügig Beschäftigte, die auf eine Versicherungsfreiheit verzichten

 

Nicht unmittelbar förderberechtigt sind:

  • Freiwillig Versicherte
  • Selbstständige, die nicht rentenversicherungspflichtig sind
  • In berufsständischen Versorgungseinrichtungen pflichtversicherte Personen
  • Empfänger von Sozialhilfe
  • Geringfügig Beschäftigte mit Versicherungsfreiheit
  • nicht unbeschränkt einkommenssteuerpflichtige Personen

Hier finden Sie weitere Informationen, für wen die Riester Rente sinnvoll ist.

Zertifizierung als Voraussetzung für die Förderung

Riester Förderung nur für zertifizierte Verträge

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Gefördert werden ausschließlich „geförderte Verträge„. Durch das Zertifizierungsverfahren soll sichergestellt werden, dass diese den staatlichen Förderungsvoraussetzungen entsprechen. Zuständig für die Zertifizierung ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Damit ein Zertifikat ausgestellt wird, müssen die Verträge bestimmte Bedingungen erfüllen. Diese sind im Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz festgehalten.

Mit Beginn der Auszahlungsphase müssen zumindest Einzahlungen und Zulagen verfügbar sein.

  • Leistung erfolgt als lebenslange Rente.
  • Die Auszahlung erfolgt frühestens ab dem 60. Lebensjahr.
  • Die vertraglichen Abschlusskosten werden mindestens auf die ersten fünf Jahre verteilt.
  • Mit Beginn der Auszahlung dürfen 30 Prozent als Einmalzahlung entnommen werden.
  • Vierteljährliche Kündigung sowie Ruhenlassen muss möglich sein.
  • Seit dem 01.01.2006 sind ausschließlich geschlechtsneutrale Verträge erlaubt.
Ein Zertifikat gibt allerdings noch keinen Aufschluss darüber, wie rentabel ein Produkt ist. Die Zertifizierung bescheinigt lediglich, dass die Fördervoraussetzungen erfüllt sind.

Wie hoch sind die staatliche Zulagen bei Riester Rente?

Die Riester Rente Förderung erfolgt zweigleisig. Zum einen gibt es direkte Zulagen und zum anderen einen zusätzlichen Sonderausgabenabzug. Folgende Förderungen können Riester-Sparer erhalten:

  • Grundzulage
  • Kinderzulage
  • Bonus für junge Sparer

Die Grundzulage pro Sparer beträgt seit dem 01.01.2008 maximal 154 Euro. Außerdem wird pro Kind für das Kindergeld bezogen wird eine Kinderzulage in Höhe von bis zu 185 Euro gewährt. Für Kinder die nach dem 31.12.2007 geboren wurden erhöht sich die maximale Zulage auf 300 Euro. Seit 2008 gibt es zusätzlich noch einen Bonus für junge Versicherte. Wer das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, erhält einen Berufseinsteiger-Bonus von einmalig 200 Euro.

Die genaue Höhe der Förderung hängt von der jährlichen Eigenleistung des Versicherten ab. Für die maximalen Beträge ist eine Einzahlung von 4 Prozent des maßgeblichen Vorjahreseinkommen erforderlich. Fallen die Einzahlungen geringer aus, wird eine anteilige Förderung gewährt. Es kann auch mehr eingezahlt werden, die Zulagen erhöhen sich dadurch jedoch nicht.

Steuerliche Entlastungen bei der Riester Rente

Zusätzlich können die Einzahlungen noch steuerlich geltend gemacht werden. Hier ist die Förderung auf den Höchstbetrag des Sonderausgabenabzugs begrenzt. Dieser liegt seit 2008 bei 2.100 jährlich inklusive der erhaltenen Zulagen. Darüber hinaus gehende Einzahlungen werden bei der Riester Förderung nicht berücksichtigt. Dies hat zur Folge, dass darauf beruhende Leistungen später voll versteuert werden müssen. Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel zum Thema Rieste Rente Auszahlung.

Anlagemöglichkeiten bei der Riester Rente

Bis Ende 2004 wurden bei der Riester Förderung nur bestimmte Vorsorgeprodukte berücksichtigt. Mittlerweile herrscht jedoch eine generelle Anlagefreiheit. Zertifizierte Verträge werden deshalb sowohl von Versicherungen wie auch Banken, Fondsgesellschaften oder Bausparkassen angeboten. Sparer können dabei unter den folgenden vier Varianten wählen:

  • Private Rentenversicherungen
  • Banksparpläne
  • Fondssparpläne
  • Bausparverträge

Riester Rente als private Rentenversicherung

Bei der klassischen Rentenversicherung werden die Einzahlungen der Sparer ausschließlich in festverzinsliche Anlagen investiert. Alternativ dazu gibt es auch fondsgebundene Policen, bei denen durch die Investition in Investmentfonds eine höhere Überschussbeteiligung erzielt werden soll. Bei den meisten Anbietern können Kunden zwischen einer breiten Palette an Fonds wählen. So können Versicherte sich je nach Risikoneigung zwischen spekulativen und eher konservativen Anlagen entscheiden.

Private Rentenversicherung bieten eine garantierte Grundverzinsung von aktuell 1,25 Prozent (Stand 2017). Somit wissen Sparer bereits bei Abschluss des Vertrags, mit welcher Rente sie später mindestens rechnen können. Private Rentenversicherungen gehören damit zu den sichersten Varianten für die Altersvorsorge. Was eine mögliche Überschussbeteiligung betrifft gibt es zwischen den Anbietern jedoch deutliche Unterschiede. Vor dem Abschluss sollten die Angebote deshalb genau miteinander verglichen werden.

Riester Banksparplan

Update 11.01.2017: Wegen der andauernden niedrigen Zinsen am Markt, haben die meisten Anbieter Ihre Banksparpläne beendet und bieten aktuell keine neuen Verträge an! Siehe auch https://www.test.de/Riester-Banksparplaene-Wegen-Niedrigzins-eingestellt-5125412-0/

Sofern die gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden, ist die Riester Förderung auch über einen Banksparplan möglich. Die Sparraten werden je nach Angebot mit einem festen oder variablen Zinssatz verzinst. Einige Banken bieten darüber hinaus noch zusätzliche Boni an.

Banksparpläne zählen ebenfalls zu den sicheren Anlageformen. Dazu bieten sie den Vorteil, dass keine Abschluss- und Verwaltungskosten erhoben werden.
Insofern bieten sich Banksparpläne vor allem für ältere Sparer an.

Riester Fondssparplan

Bei einem Riester Fondssparplan werden Anteile an Investmentfonds erworben. Fondssparpläne ermöglichen die höchsten Erträge, beinhalten jedoch auch ein größeres Risiko. Das gesetzliche Verlustverbot garantiert, dass bei Vertragsende zumindest die Einzahlungen und Zulagen zur Verfügung stehen. Bei einer vorzeitigen Kapitaleinnahmen sind finanzielle Einbußen allerdings möglich.

Die Angebote reichen bei Fondssparplänen von sicherheitsorientiert bis zu hochspekulativ. Investiert wird unter anderem in:

  • Aktienfonds (spekulativ bis hochspekulativ)
  • Rentenfonds (sicherheitsorientiert)
  • Geldmarktfonds (sicherheitsorientiert)
  • Mischfonds (sicherheitsorientiert bis spekulativ)

Bausparverträge – Wohn Riester

Seit 2008 ermöglicht der Gesetzgeber die staatliche Förderung zum Erwerb einer selbst genutzten Immobilie zu verwenden. Diese Variante wird auch als Wohn-Riester bezeichnet. Die steuerlichen Vorteile können ebenfalls voll in Anspruch genommen werden. Gefördert werden sowohl Bausparverträge wie auch Baudarlehensverträge. So können Versicherte die Zulagen in Tilgung eines Darlehens investieren.

Voraussetzung für die Förderung ist, dass die geförderte Immobilie nicht vermietet wird. Modernisierungen sind ebenfalls ausgeschlossen. Beim Verkauf muss der Erlös in eine neue Immobilie bzw. einen anderen Riester Vertrag investiert werden. Ansonsten droht eine Rückforderung bereits erhaltener Zulagen.

Welche Riester Verträge sind zu empfehlen?

Am Markt gibt es viele Anbieter von Riester Verträgen. Bei der Auswahl ist zwingend darauf zu achten, dass es sich um einen zertifizierten Vertrag handelt, ansonsten können die Zulagen und Fördergelder nicht geltend gemacht werden. Welche Tarife von welchen Anbietern letztendlich die besten sind lässt sich pauschal nicht so einfach sagen. Einen ersten Überblick der besten Riester Rente Anbietern könnte Ihnen unser Artikel zum Thema Riester Rente Test bieten. Dort fassen wir die wichtigsten Testergebnisse der Riesteranbieter für Sie nocheinmal übersichtlich zusammen.

Kündigung der Riester Rente möglich?

Manchmal ändern sich die Lebensumstände so stark, dass evtl. auch über eine Kündgung der Riester Rente nachgedacht wird. Experten raten jedoch davon ab, da man dadurch in den meisten Fällen durch Rückzahlungen der Steuerersparnisse sowie der bereits gezahlten Bearbeitungsgebühren weniger Geld erhält als ursprünglich eingezahlt. Die bessere Alternative ist eine Stilllegung bis zur Rente oder Umschichtung der gezahlten Beiträge in ein anderes Riester-Produkt, wie z.B. Wohnriester.