Alternativen zur Riester Rente

Die Riester Rente ist ein wichtiger Baustein zur privaten Altersvorsorge. Vorteil dabei ist, dass der Staat sich mit Zulagen und steuerlichen Ermäßigungen daran beteiligt. Allerdings können nicht alle Personen eine Riester Rente abschließen bzw. die Riester Vorteile in vollem Umfang ausnutzen. In diesem Fall ist es ratsam, sich möglichst frühzeitig über die Alternativen zur Riester Rente zu informieren.

Frau zeigt Kunden Alternativen zur Riester Rente auf

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Basisrente (Rürup Rente) als Alternative für Selbstständige

Selbstständige und Freiberufler, die nicht rentenversicherungspflichtig sind, erhalten die Riester Förderung nicht. Für diese Personengruppe wurde mit der Basisrente eine zweite Form der staatlich geförderten Altersvorsorge ins Leben gerufen. Die Basisrente wird nach ihrem Erfinder Bert Rürup auch als Rürup Rente bezeichnet.

Im Gegensatz zur Riester Rente erhalten Sparer jedoch keine Zulagen. Die Förderung erfolgt komplett über Steuerermäßigungen. Alleinstehende können bis zu 22.766 Euro im Jahr steuerlich geltend machen. Für gemeinsam veranlagte Ehepaare verdoppelt sich der Betrag auf 45.532 Euro. Deshalb gehört die Basisrente auch für gut verdienende Arbeitnehmer zu den möglichen Alternativen zur Riester Rente.

Zu beachten ist, dass der steuerlich anrechenbare Teil von Jahr zu Jahr um 2 Prozent steigt. Für 2016 können Sparer 82 Prozent der genannten Höchstsätze bei ihrer Steuererklärung angeben. Ab 2025 werden dann die vollen 100 Prozent akzeptiert.

Im Vergleich zu Riester besitzt die Rürup Rente jedoch einige Nachteile:

  • Sparer können lediglich in klassische und fondsgebundene Rentenversicherungen investieren. Weitere Alternativen wie Fondssparpläne, Banksparpläne oder die Investition in eine selbst genutzte Immobilie gibt es nicht.
  • Ein Wechsel des Anbieters ist nicht möglich.
  • Keine Einmalzahlung bei Rentenbeginn. Riester-Sparer können sich bis zu 30 Prozent des Kapitals in einer Summe auszahlen lassen.
  • Die angesparte Summe ist nicht vererbbar.

Private Rentenversicherung

Eine private Rentenversicherung kann auch ohne Riester Förderung abgeschlossen werden. Allerdings besteht auch hier das Problem einer sehr geringen Verzinsung. Die Anbieter garantieren derzeit lediglich einen Zinssatz von 1,25 Prozent (Stand 2016). Einziger Vorteil ist, dass der Sparer schon beim Abschluss weiß, wie hoch seine Rente mindestens sein wird. Bei einer privaten Rentenversicherung ohne Förderung besitzt der Sparer ein Kapitalwahlrecht. Er kann also entscheiden, ob das angesparte Geld in eine Summe oder als monatliche Rente ausgezahlt wird.

Nach einem jüngst durchgeführten Untersuchung der Stiftung Warentest, lohnt sich eine private Rentenversicherung ohne Förderung nur in den seltensten Fällen. Die Produkte der Versicherer beinhalten immer weniger Garantien bei zunehmendem Risiko. Wie der Test ergab, blieb vom garantierten Zins am Ende oftmals nur rund die Hälfte übrig. Der Rest wird von den Abschluss- und Verwaltungskosten aufgefressen.

Die Sofortrente

Bei der Sofortrente wird eine größere Summe eingezahlt und der Kunde erhält dafür eine lebenslange Rente. Die Rentenzahlungen setzen unmittelbar nach Vertragsschluss ein, deshalb auch die Bezeichnung Sofortrente. Je älter der Kunde wird, desto mehr kann er von der Sofortrente profitieren.

Die Stiftung Warentest (Finanztest 10/2015) hat eine große Zahl solcher Angebote unter die Lupe genommen. Beim Testsieger erhielt ein 65-jähriger Versicherter bei Einzahlung von 100.000 Euro eine monatliche Rente in Höhe von 338 Euro. Somit dauert es 24 Jahre, bis die Auszahlungen den geleisteten Einzahlungsbetrag übersteigen. Schlechtere Verträge lohnen sich sogar erst zwei Jahre später. Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Altersvorsorge Tests.

Die genannten Zahlen beziehen sich allerdings lediglich auf die vom Versicherer ausgestellten Garantien. In den meisten Fällen werden sich die Rentenzahlungen aufgrund von Überschüssen noch erhöhen. Im Todesfall verbleibt das noch nicht ausgezahlte Kapital beim Versicherer. Um dies zu verhindern kann eine Rentengarantiezeit vereinbart werden. Für diesen Zeitraum gehen Rentenzahlungen dann an die Hinterbliebenen. Einiger Versicherer bieten die Option einer höheren Rente im Pflegefall. So lassen sich zusätzliche Kosten besser ausgleichen.

Immobilien als Altersvorsorge

Neuer Bungalow als Altersvorsorge?

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Die Zinsen für Kredite sind derzeit so günstig wie nie. Selbst für Familien, die bis vor zehn Jahren von den eigenen vier Wänden nur träumen konnten, ist das Eigenheim derzeit eine reale Option. Als Altersvorsorge ist die eigene Immobilie in jedem Fall geeignet. Später mietfrei wohnen zu können, ist so gut wie eine lebenslange Rente. Im Vergleich zu einem Sparplan oder einer Versicherung, ist der Aufwand allerdings um einiges höher. Wichtig ist zudem, dass ein gewisser Anteil von Eigenkapital bereits vorhanden ist.

Damit sich die Altersvorsorge mit einer Immobilie lohnt, kommt es in erster Linie auf zwei Dinge an. Neben der Entscheidung für die richtige Immobilie, ist vor allem eine an die persönlichen Bedürfnisse angepasste Finanzierung wichtig. Eine gute Alternative zum klassischen Immobiliendarlehen sind Bauspar-Kombikredite mit Riester-Förderung (siehe Wohnriester). Beim Kredit werden lediglich die Zinsen gezahlt, die Tilgung erfolgt über einen Bausparvertrag.

Mit einem Aktiendepot vorsorgen

Aktien und Fonds bieten auf lange Sicht gute Rendite-Chancen. Wichtig dabei ist, dass bis zum Renteneintritt noch mindestens 20 bis 30 Jahre Zeit bleiben. Ansonsten lassen sich mögliche Kurseinbrüche unter Umständen nicht mehr ausgleichen. Um die Gefahr von Verlusten zu verringern, sollte das Risiko möglichst breit gestreut werden.

Experten raten bei größeren Investitionen bei der Altersvorsorge zu einer Mischung aus 25 Prozent Aktienfonds und 75 Prozent Rentenfonds.
Ein wichtiges Kriterium sind zudem die Kosten. Direktbanken und Online Broker verzichten in der Regel auf eine Depotführungsgebühr. Im Gegenzug erhalten Kunden keine Anlageberatung. Börsengehandelte Indexfonds sind aufgrund ihrer geringen Kosten und der breiten Streuung ebenfalls eine Alternative zur Riester Rente.

Hinweis: Die Betriebliche Altersvorsorge ist ebenfalls eine gute Alternative, jedoch bietet diese Form nicht jeder Arbeitgeber an, daher wurde es im Moment nicht weiter ausgeführt.