Auszahlung der Riester Rente

Geldscheine und Münzen

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Wer einmal einen Vertrag abgeschlossen hat, muss sich während der Laufzeit nur wenig um seine Riester Rente kümmern. Erst vor einer Auszahlung der Riester Rente müssen wieder Entscheidungen getroffen werden. Je nach Versicherungsbeginn, ist diese zu unterschiedlichen Zeiten möglich.

Zudem können Sparer zwischen zwei unterschiedlichen Varianten der Auszahlung wählen. Gesichert ist dabei immer eine lebenslange Rente. In der Regel fällt der Start mit Erreichen des regulären Renteneintrittsalters zusammen. Personen ab dem Jahrgang 1964 erhalten dann mit 67 neben der gesetzlichen auch noch eine private Rente. Eine frühere Riester Rente Auszahlung ist unter Umständen möglich, allerdings fällt diese aufgrund geringerer Beiträge und Zulagen niedriger aus.

Die Höhe der Riester Rente Auszahlung hängt von den folgenden Faktoren ab:

  • Eingezahlte Beiträge
  • Anlageerfolg des gewählten Anbieters
  • Variante des Riester Vertrags
  • Erhaltene Zulagen

Zu welchem Termin erfolgt die Riester Rente Auszahlung

Die früheste Riester Rentenauszahlung hängt immer vom Datum des Vertragsabschlusses ab. Bei Verträgen, die bis einschließlich 2011 abgeschlossen wurden, kann die Auszahlung ab dem 60. Lebensjahr beantragt werden. Im Jahr 2012 wurde das früheste Auszahlungsalter von 60 auf 62 Jahre angehoben. Wer dennoch eine frühere Auszahlung wünscht, muss mit einem Verlust der staatlichen Förderungen rechnen.

Überblich über die Riester Auszahlung:

  • < 60 Jahre = keine Riester Auszahlung möglich
  • < 62 Jahre = Riester Rente Auszahlung bei Vertragsabschluss vor 2012
  • > 62 Jahre = jederzeit möglich, in der Regel mit Beginn der Altersrente

Riester Rente als Einmalzahlung

Für die Auszahlung der Riester Rente stehen grundsätzlich zwei Varianten zur Verfügung. Zunächst ist es möglich, dass gesamte Guthaben in Form einer lebenslangen zusätzlichen Rente auszahlen zu lassen. Alternativ ist eine Einmahlzahlung von 30 Prozent des Gesamtkapitals erlaubt. Im Anschluss erfolgt die monatliche Auszahlung als lebenslange Rente. Zu beachten ist, dass einmalig ausgezahlte Betrag voll versteuert werden muss und für eine geringere Altersrente sorgt.

Was passiert bei Tod des Versicherten?

Die Auszahlung bis zum Lebensende ist bei der Riester Rente garantiert. Bei Tod des Versicherten gehen die Erben leer aus. Das angesparte Kapital ist in diesem Fall verloren. Um dies zu vermeiden, kann bei Vertragsschluss eine Rentengarantiezeit vereinbart werden. Verstirbt der Versicherungsnehmer, wird die Rente für diesen Zeitraum an die Erbberechtigten ausgezahlt. Eine solche Option erhöht zwar die Kosten, ist jedoch insbesondere für verheiratete Versicherungsnehmer empfehlenswert.

Der Ehepartner des Versicherten kann den Vertrag bei Tod während der Rentenphase ebenfalls auf sich übertragen lasen. Sofern dies vereinbart wurde, können auch kindergeldberechtigte Kinder die Rente erhalten. Je nach Versicherung oder Investmentgesellschaft gelten hierbei unterschiedliche Regelungen. Bei einer Rentenversicherung ist die Rentengarantiezeit zumeist auf einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren begrenzt.

Sofern der Versicherte bereits vor der Auszahlungsphase verstirbt, kann der Ehepartner ebenfalls in den Vertrag einsteigen. Diese Möglichkeit besteht auch dann, wenn dieser bereits über eine Riester Rente verfügt. Das vorhandene Guthaben lässt sich dann auf den eigenen Vertrag übertragen. Alternativ erfolgt die Auszahlung an die Erben. In diesem Fall werden jedoch bereits erhaltene Förderungen abgezogen. Kinder des Verstorbenen, die noch Anspruch auf Kindergeld haben, können das angesammelte Guthaben auch in eine Waisenrente umwandeln.

Besteuerung der Riester Rente Auszahlung

Bei der Riester Rente kommt die sogenannte nachgelagerte Besteuerung zur Anwendung. Die Riester Rente Auszahlung muss folglich mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden. Die Höhe des Steuersatzes hängt immer vom Gesamteinkommen des Rentners ab. Da das Einkommen im Alter zumeist geringer ist als während des Berufslebens, ergibt sich aus der nachgelagerten Besteuerung ein finanzieller Vorteil. Vorgesehen ist zudem die Versteuerung der kompletten Rente.

Im Gegensatz dazu muss bei Lebens- und Rentenversicherung ohne Förderung nur der Ertragsanteil versteuert werden. Hierbei handelt es sich um den Teil, der zusätzlich zu den Einzahlungen erwirtschaftet wurde. Dabei richtet sich der steuerpflichtige Ertragsanteil nach dem Alter bei Renteneintritt.

Kleinstbetragsrente – volle Rente auszahlen lassen

Wie bereits erwähnt ist die komplette Auszahlung in einer Summe bei der Riester Rente nicht vorgesehen. Es gibt jedoch eine Möglichkeit, sich das Guthaben in einer Summe auszahlen zu lassen. Voraussetzung hierfür ist, dass die monatliche Rente sehr gering ausfällt. Handelt es sich hierbei um eine sogenannte Kleinstbetragsrente, kann die Riester Rente Auszahlung in einer Summe beantragt werden.

Ob eine Kleinstbetragsrente vorliegt, hängt von der im §18 Sozialgesetzbuch IV genannten Bezugsgröße West ab. Die monatliche Rente darf nicht höher als ein Prozent dieses Werts sein. Der Wert wird auch als Durchschnittsentgelt der gesetzlichen Rentenversicherung bezeichnet und liegt für 2016 bei 34.020 Euro. Insofern darf die monatliche Rente maximal 28,25 Euro betragen.

Auszahlung der Riester Rente im Ausland

Sparer, die ihren Lebensabend im Ausland verbrachten, mussten bis vor Kurzem die Zulagen der Riester Rente zurückzahlen. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs ist diese Regelung jedoch nicht zulässig.

Wer seinen Alterswohnsitz innerhalb der Europäischen Union hat, kann sich die Riester Rente in voller Höhe auszahlen lassen. Außerhalb der EU können die Zulagen weiterhin zurückgefordert werden.

Riester Rente Auszahlung bei Kündigung

Bei einer vorzeitigen Kündigung des Vertrags besteht kein Anspruch auf die staatliche Förderung. Bereits erhaltene Zulagen und Steuerermäßigungen müssen in voller Höhe zurück gezahlt werden. Erfolgt die Kündigung kurz nach Vertragsschluss, ergibt sich zumeist ein finanzieller Verlust. Dies liegt an den Vertragskosten, welche in den ersten fünf Jahren von den Einzahlungen abgezogen werden. Deshalb ist eine Beitragsfreistellung oder ein Wechsel des Vertrags zumeist die bessere Lösung.