Riester Rente für Beamte

Beamtin am Computer

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Was die Versorgung im Alter betrifft, sind Beamte gegenüber Arbeitnehmern im Vorteil. Dennoch müssen sie bei ihrer Pension finanzielle Einbußen in Kauf nehmen. Deshalb ist eine private Altersvorsorge auch für Beamte sinnvoll.

Der Staat unterstützt dies über die Riester Rente mit Zulagen und Steuervorteilen. Da Beamte zum Kreis der unmittelbar förderberechtigten Personen zählen, können sie von denselben Vorteilen wie Arbeitnehmer profitieren. Allerdings gilt es bei Beamten einige Besonderheiten zu beachten.

Ist eine Riester Rente für Beamte sinnvoll?

Im Gegensatz zu den meisten anderen Personengruppen gelten Beamte als gut abgesichert. Die Höhe der Pension richtet sich nach der letzten Besoldungsstufe und der Dienstzeit. Pro Dienstjahr steigt der Prozentsatz um etwa 1,8 Prozent. Nach 40 Dienstjahren wird der maximale Prozentsatz von 71,75 Prozent erreicht.

Die Höhe der Pension kann sich reduzieren durch:

  • Vorzeitiger Eintritt in den Ruhestand
  • Dienstunfähigkeit
  • Dienst in Teilzeit
  • Längere Beurlaubung

Selbst wenn der maximale Pensionsanspruch besteht, müssen Beamte im Alter mit finanziellen Einschnitten klarkommen. Wer seinen bisherigen Lebensstil auch nach der Pensionierung beibehalten möchte, sollte deshalb privat vorsorgen. Durch den Abschluss einer Riester Rente für Beamte lässt sich die finanzielle Lücke gezielt schließen. Daher kann eine Riester Rente sinnvoll sein. Zumal Beamte keine Möglichkeit auf eine betriebliche Altersvorsorge haben.

Staatliche Förderung bei Riester für Beamte

Was die staatliche Förderung betrifft, gibt es bei der Riester Rente für Beamte keine Unterschiede. Um von den Riester Zulagen und Steuervorteilen profitieren zu können, muss zunächst ein zertifizierter Riester Vertrag abgeschlossen werden. Damit die Zulagen in voller Höhe gutgeschrieben werden, zahlen auch Beamte jährlich vier Prozent ihres Bruttovorjahreseinkommens in den Vertrag ein.

Zulagen bei Riester für Beamte:

  • 154 Euro Grundzulage pro Jahr.
  • 185 Euro für jedes kindergeldberechtigte Kind, das bis zum 31.12.2007 geboren wurde.
  • 300 Euro für jedes kindergeldberechtigte Kind, das ab dem 01.01.2008 geboren wurde.
  • Junge Sparer bis 25 Jahre erhalten im ersten Beitragsjahr einen einmaligen Bonus von 200 Euro.

Zudem können Beamten die getätigten Einzahlungen als Sonderausgaben bei der Einkommenssteuererklärung geltend machen. Sofern die Steuervorteile höher als die Zulagen ausfallen wird die Differenz durch das Finanzamt ausgezahlt.

Voraussetzungen für die Riester Förderung

Wer die volle Förderung in Anspruch nehmen möchte, muss mindestens vier Prozent seines Bruttovorjahreseinkommens in den Vertrag einzahlen. Bei geringeren Beiträgen werden die Zulagen anteilig gewährt. Damit generell ein Anspruch auf die staatliche Förderung besteht, ist eine Mindesteinzahlung von 60 Euro pro Jahr erforderlich. Zu beachten ist außerdem noch der förderfähige Höchstbetrag von jährlich 2.100 Euro.

Wichtig ist zudem, dass ein zertifizierter Riester Vertrag abgeschlossen wird. Zertifiziert werden die Verträge durch die Bundesanstalt für Finanzaufsicht (BaFin). Dadurch ist sichergestellt, dass die Produkte gewisse Kriterien erfüllen.

Hierzu gehören unter anderem:

  • Kein finanzieller Verlust.: Bei Pensionsbeginn müssen zumindest die Einlagen und Zulagen zur Verfügung stehen.
  • Lebenslange monatliche Rente.
  • Auszahlung erfolgt frühestens ab dem 60. Lebensjahr.
  • Abschlusskosten werden mindestens auf die ersten fünf Jahre verteilt.
  • Bei Pensionsbeginn können bis zu 30 Prozent des Kapitals als Einmalzahlung entnommen werden.
  • Vierteljährliche Kündigung und Beitragsfreistellung muss möglich sein.

Über die Rentabilität eines Produkts gibt die Zertifizierung allerdings keinen Aufschluss. Es wird lediglich bescheinigt, dass die Voraussetzungen für eine Förderung erfüllt sind.

Welche Riester Produkte sind für Beamte geeignet?

Bei der Riester Rente können Beamte zwischen den folgenden Varianten wählen:

  1. Rentenversicherung (klassisch und fondsgebunden)
  2. Banksparplan (im Moment auf Grund der niedrigen Zinsen pausierend!)
  3. Fondssparplan
  4. Wohn-Riester

Jedes Produkt hat seine individuellen Vor- und Nachteile. So erhalten Sparer bei der klassischen Rentenversicherung eine garantierte Verzinsung von derzeit 1,25 Prozent. Diese Form ist vor allem für sicherheitsbewusste Verbraucher gedacht. Bei der fondsgebundenen Variante ist das Risiko höher, im Gegenzug haben Kunden die Chance auf eine höhere Rendite. Gleiches gilt auch bei der Investition in einen Fondssparplan.

Banksparpläne zeichnen sich durch ihre geringe Kosten aus. So fallen hier keine Abschluss- und Verwaltungsgebühren an. Insofern ist dieses Riester-Produkt besonders für ältere Beamte geeignet. Mit Wohn-Riester haben auch Beamte die Möglichkeit, ihre Riester-Förderung zur Finanzierung einer selbst genutzten Immobilie zu nutzen.

Besonderheiten bei Riester für Beamte

Bei Beantragung der stattliche Zulagen ist die Angabe der Sozialversicherungsnummer erforderlich. Da Beamten nicht sozialversicherungs- und rentenversicherungspflichtig sind, besitzen sie zumeist auch keine Sozialversicherungsnummer. Deshalb muss eine sogenannte Zulagennummer beantragt werden. Der Antrag wird über die entsprechende Besoldungsstelle bzw. über den Arbeitgeber bei der zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte gestellt.

Bei Beamten sind die Sozialversicherungsdaten nicht bei den Rentenversicherungsträgern gespeichert. Deshalb wird eine Vollmacht benötigt, dass die Besoldungsdienststelle bzw. der Arbeitgeber die benötigten Einkommensdaten an die Zulagenstelle weitergeben darf.

Anspruch auch während einer Beurlaubung

Seit 2002 gilt der Anspruch auf Riester Förderung auch für Beamten, die ohne Dienstbezüge beurlaubt sind. Sofern Beamte zumindest den Sockelbetrag von 60 Euro in den Riester Vertrag einzahlen können sie Zulagen beantragen und den Sonderausgabenabzug nutzen. Eine Einschränkung gibt es jedoch für Beamte. Sie können die Riester Rente nicht mit einer betrieblichen Altersversorgung verbinden. Da es diese Form bei Beamten nicht, sind ausschließlich private Verträge möglich.