Riester Rente Förderung und Zulagen

Welche Förderung gibt es bei Riester?

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Die Riester Rente ist eine staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge. Die Förderung erfolgt in erster Linie in Form von Zulagen. Zudem können Sparer von Steuervergünstigungen profitieren.

Im Vergleich zu nicht geförderten Produkten ermöglicht die Riester Rente somit eine höhere Rendite. Um die maximale Förderung zu erhalten, müssen mindestens vier Prozent des Vorjahreseinkommens in den Vertrag eingezahlt werden.

Wichtigsten Fakten zur Riester Förderung:

  • Die Riester Förderung setzt sich aus Zulagen und Steuervorteilen zusammen.
  • Jährliche Grundzulage plus Zulagen für kindergeldberechtigte Kinder
  • Einmaliger Berufseinsteiger Bonus.
  • Um die volle Förderung zu erhalten müssen jährlich vier Prozent des rentenversicherungspflichtigen Einkommens eingezahlt werden.
  • Höhe der Steuerersparnis richtet sich nach dem persönlichen Steuersatz.

Wer hat Anspruch auf die Riester Förderung?

Im § 10a EStG ist geregelt, welche Personenkreise unmittelbar, mittelbar bzw. nicht förderberechtigt sind. Mittelbar förderberechtigte Personen, können über ihren unmittelbar förderberechtigten Ehepartner Zulagen erhalten können.

Unmittelbar förderberechtigt sind:

  • In der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversicherte Arbeitnehmer und Auszubildende.
  • rentenversicherungspflichtige Selbstständige
  • Beamte
  • Mütter oder Väter während der Kindererziehungszeiten
  • Bezieher von ALG I oder ALG II
  • Empfänger von Vorruhestandsgeld sowie Kranken-, Verletzten- und Versorgungskrankengeld oder Übergangsgeld, wenn vor oder während des Bezugs der Leistungen Versicherungspflicht bestand oder besteht
  • Geringfügig Beschäftigte, die von der Versicherungsfreiheit keinen Gebrauch machen

Mittelbar förderberechtigt sind unter anderem:

  • Freiwillig Versicherte
  • nicht rentenversicherungspflichtige Selbstständige
  • in berufsständischen Versorgungseinrichtungen pflichtversicherte Personen
  • Sozialhilfeempfänger
  • nicht unbeschränkt einkommenssteuerpflichtige Personen

Welche Produkte können für die Riester Förderung genutzt werden?

Seit 2007 herrscht bei der Riester Rente eine grundsätzliche Anlagefreiheit. Zertifizierte Riester Verträge werden deshalb sowohl von Versicherungen und Banken wie auch Fondsgesellschaften und Bausparkassen angeboten. Zu den förderungsfähigen Produkten gehören:

  1. Private Rentenversicherungen
  2. Bankensparpläne
  3. Fondssparpläne
  4. Bausparverträge

Entscheidend ist dabei immer, dass ein Produkt durch die Bundesanstalt für Finanzaufsicht (BaFin) zertifiziert wurde.

Staatliche Zulagen bei der Riester Rente

Beim Abschluss eines Riestervertrags können Sparer von verschiedenen Zulagen profitieren. Neben der jährlichen Grundzulage gibt es pro Kind eine Zulage, deren Höhe sich nach dem Geburtsdatum richtet. Zudem werden junge Sparer mit einem einmaligen Bonus belohnt.

Grundzulage bei Riester

Für Verträge, die ab 2008 abgeschlossen wurden, erhält der Versicherte selbst eine Grundzulage von 154 Euro jährlich. Ehepartner, die jeweils einen eigenen Riester Vertrag abgeschlossen haben, können die Zulage gesondert in Anspruch nehmen. Die Grundzulage steht auch dann beiden Ehepartnern zu, wenn nur der förderberechtigte Einzahlungen tätigt. Somit erhalten auch nicht förderberechtigte Ehegatten Zugang zur Riester Förderung. Für Lebenspartnerschaften gelten diese Regelungen jedoch nicht. Förderberechtigte können ihre Zulage zudem auf bis zu zwei Verträge verteilen. Ehepartner, die nur mittelbar förderberechtigt sind, haben diese Möglichkeit nicht.

Kinderzulage bei Riester

Für Kinder gibt es eine weitere Zulage von 185 Euro jährlich. Liegt das Geburtsdatum des Kindes nach dem 31.12.2007 erhöht sich der Betrag auf bis zu 300 Euro. Bei Ehepaaren wird die Zulage grundsätzlich der Mutter zugeordnet. Es gibt jedoch die Möglichkeit einen gemeinsamen Antrag zu stellen, um die Zulage auf den Vater zu übertragen. Eine solche Erklärung muss für jedes Jahr neu abgegeben werden.

Riester Rente: Berufseinsteiger Bonus

Junge Frau informiert sich über Riester Zulagen

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Seit 2008 erhalten junge Versicherte eine zusätzliche Prämie. Wer s sein 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, erhält im ersten Jahr einen Bonus von 200 Euro. Von dieser Regelung profitieren auch Bestandskunden, wenn sie zu Beginn des Beitragsjahres, für das sie Riester Zulagen beantragen, noch keine 25 Jahre alt sind.

Höhe der Beiträge – Mindesteigenbetrag

Wie hoch die Zulage genau ausfällt, hängt immer von den jährlichen Eigenleistungen ab. Sofern der Mindesteigenbetrag in den Vertrag eingezahlt wird, besteht Anspruch auf die volle Förderung. Liegen die Beiträge darunter werden die Zulagen anteilig gewährt. Der Mindesteigenbetrag ist im § 86 Einkommenssteuergesetz geregelt und beträgt seit 2008:

4 Prozent des maßgeblichen Vorjahreseinkommens…

…abzüglich der erhaltenen Zulagen. Es können auch höhere Beträge in den Vertrag eingezahlt werden, die staatliche Riester Förderung ist jedoch auf den Höchstbetrag des Sonderausgabenabzugs begrenzt. Dieser liegt seit 2008 bei 2.100 Euro, einschließlich der erhaltenen Zulagen.

Einzahlungen die über diesen Betrag hinausgehen werden bei der Förderung nicht berücksichtigt. Darauf beruhende Leistungen sind später voll zu versteuern.

Sockelbeitrag

Sofern der Versicherte im Vorjahr keine Einkünfte erzielt hat, ist die Berechnung des Mindesteigenbetrags nicht möglich. In diesem Fall ist die Einzahlung des Sockelbetrags von 60 Euro erforderlich, um die volle Riester Förderung zu erhalten. Dies gilt auch für Sparer, deren Mindesteigenbetrag geringer als der Sockelbetrag ist. Bei der Riester Rente gilt der Grundsatz, dass ohne Eigenleistung keine Förderung möglich ist.

Zulageverfahren bei der Riester Förderung

Die Zulagen werden nicht automatisch auf dem Riester Vertrag gutgeschrieben. Sie muss vom Versicherten jedes Jahr neu beantragt werden. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, dem Anbieter eine entsprechende Vollmacht zu erteilen. Dies ist durchaus empfehlenswert, da der Antrag dann am Ende des Beitragsjahrs automatisch an die betreffende Stelle gesendet wird.

Zuständig für die Riester Zulagen ist die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA). Die ZfA prüft die Anträge und legt anschließend die Höhe der Zulagen fest. Diese wird anschließend zum jeweiligen Anbieter überwiesen und auf dem Vertragskonto gutgeschrieben. Der Versicherte erhält hierüber einen schriftlichen Bescheid. Liegen Fehler vor, kann dagegen Einspruch erhoben werden.

Änderungen, die sich auf die Höhe der Förderung auswirken können müssen dem Anbieter unmittelbar mitgeteilt werden. Dieser setzt die ZfA von den Änderungen in Kenntnis. Mögliche Änderungen sind:

  • Änderung des beruflichen Status
  • Änderung des Familienstandes
  • Geburt eines Kindes
  • Umleitung der Kinderzulage
  • Wegfall oder Wechsel der Förderberechtigung
  • Verteilung der Zulage auf mehrere Verträge

 

Steuerliche Förderung der Riester Rente

Neben den Zulagen wird die Riester Rente auch steuerlich gefördert. Auf diese Weise lässt sich der Aufwand der Altersvorsorge steuerfrei stellen. Die Sonderausgaben können über die jährliche Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden. Der maximale Abzug beträgt unabhängig von der Einkommenshöhe 2.100 Euro.

Gemeinsam veranlagte Ehepaare können einen nicht vollständig ausgenutzten Sonderausgabenabzug nicht übertragen. Jeder unmittelbar auf die Riester Förderung berechtigte Ehepartner kann nur für seine eigenen Vorsorgeaufwendungen den vorgesehenen Sonderausgabenabzug beanspruchen. Wer seine Förderung ausschließlich über den förderberechtigten Partner erhält, kann den Sonderausgabenabzug nicht nutzen.