Rieste Rente kündigen

Wer mit seinem Riester Vertrag unzufrieden ist, kann diesen kündigen. Allerdings hat eine solche Kündigung weitreichende Folgen und ist deshalb genau zu überdenken.

Bereits erhaltene Zulagen oder Steuervorteile müssen in einem solchen Fall zurückgezahlt werden. Zudem sorgen die Gebühren, insbesondere innerhalb der ersten fünf Jahre, für finanzielle Verluste.
Je nach Grund für die Kündigung gibt es sinnvollere Alternative.

Gründe für eine Kündigung der Riester Rente

Lohnt sich eine Kündigung der Riester Rente?

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Es kommt immer wieder vor, dass Verbraucher aus finanziellen Gründen ihre Riester Rente kündigen möchten. Wird der Vertragsinhaber während der Laufzeit arbeitslos, steht unter Umständen kein Geld mehr für die Einzahlungen zur Verfügung. Geringverdiener, die im Alter auf Sozialleistungen angewiesen sind, haben zudem dass Problem, dass die Riester Rente auf die Grundsicherung angerechnet wird. Wer sich die Beiträge nicht mehr leisten kann, sollte eine Beitragsfreistellung als Alternative zur Kündigung in Erwägung ziehen.

Unter Umständen entwickelt sich der Riester Vertrag nicht so wie gewünscht bzw. beim Abschluss versprochen. In diesem Fall ist es zumeist sinnvoller, dass angesparte Kapital in eine andere Form der Riester Rente zu investieren. Dies wäre beispielsweise bei einem Wohn-Riester-Vertrag denkbar, falls nun doch keine Immobilie finanziert werden soll.

Veränderte Lebensumstände, wie z.B. eine Trennung, führen ebenfalls öfters zum Wunsch, eine Riester Rente zu kündigen. Auch hier ist es ratsam zu überlegen, ob eine Vertragsänderung nicht besser ist.

Wer ins Ausland ziehen möchte, muss seine Riester Rente nicht kündigen. Dies gilt zumindest beim Umzug innerhalb der EU.

Mögliche Verlustrisiken bei einer Kündigung

Bei einer Kündigung der Riester Rente muss fast immer mit finanziellen Verlusten gerechnet werden. In jedem Fall werden bereits gezahlte Zulagen und erhaltene Steuervorteile zurückgefordert. Bisher steuerfreie Gelderträge, die über dem eingezahlten Kapital liegen, müssen zudem als „sonstige Einkünfte“ voll nachversteuert werden. Dazu ergeben sich durch die Kündigung der Riester Rente noch weitere Nachteile:

  • Bei einer Riester Rentenversicherung fallen mitunter hohe Gebühren an. Deshalb sind bei dieser Variante die höchsten finanziellen Verluste zu erwarten. Dies gilt besonders dann, wenn der Vertrag erst vor wenigen Jahren abgeschlossen wurde. Die Abschlussgebühren werden vom Guthaben abgezogen, sodass der Auszahlungsbetrag mitunter geringer ist als die Einzahlungen.
  • Fondssparpläne können bei einer vorzeitigen Kündigung ebenfalls zu Verlusten führen. So fällt bereits beim Abschluss ein Ausgabeaufschlag von 5 Prozent an. Je nach Anbieter wird zudem eine jährliche Bestandsprovision von bis zu 2 Prozent vom Guthaben abgezogen. In einigen Fällen wird von der Fondsgesellschaft noch eine Stornogebühr berechnet. Zudem kann es vorkommen, dass sich die Fonds während der bisherigen Laufzeit negativ entwickelt haben.
  • Am geringsten sind die finanziellen Verluste bei einem Banksparplan. Bei dieser Variante fallen keine Abschlusskosten an, weshalb die Auszahlung nur durch einen geringen Zinsabschlag geschmälert wird.

Mögliche Alternativen zum Riester Vertrag kündigen

Zur Kündigung des Riester Vertrags gibt es mehrere Alternativen. Welche sich besonders anbietet, hängt dabei immer vom Einzelfall ab. Der Verkauf einer Riester Rente ist im Gegensatz zu anderen privaten Rentenversicherung generell ausgeschlossen. Der Gesetzgeber untersagt die Übertragung einer Riester Rente an andere Personen. Folgende Alternativen sollten dagegen in Erwägung gezogen werden:

  • Wer lediglich mit seinem Anbieter unzufrieden ist, kann diesen einfach wechseln. Ein solcher Wechsel verläuft in den meisten Fällen vollkommen unproblematisch. Im Kündigungsschreiben sollte direkt angegeben werden, dass ein vorhandenes Guthaben auf einen anderen Vertrag übertragen werden soll. Der neue Anbieter kümmert sich dann um alle weiteren Formalitäten. Beim Wechsel fällt eine einmalige Gebühr zwischen 50 und 150 Euro an. Bei Rentenversicherungen ist zu beachten, dass die Abschlusskosten verloren gehen. Ob sich der Übertrag lohnt hängt von der Vertragslaufzeit ab. Zudem spielt eine Rolle, ob der Geldertrag bereits das eingezahlte Kapital überstiegen hat.
  • Kann sich der Vertragsinhaber die Einzahlungen nicht mehr leisten können diese auch reduziert werden. Personen mit einem geringfügigen Einkommen müssen dann nur noch den Sockelbetrag von 60 Euro einzahlen und erhalten dennoch die volle Förderung. Hat sich das Einkommen nicht verringert werden die Zulagen nur noch anteilig gezahlt. Das bereits angesparte Guthaben wird jedoch weiterhin verzinst.
  • Als weitere Alternative zum Riester Rente kündigen ist es möglich, den Vertrag ruhen zu lassen. In diesem Zeitraum müssen dann keine Beiträge abgeführt werden. Die Einzahlungen lassen sich zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufnehmen. Zu beachten ist, dass die Zulagen nach einer Ruhephase von einem Jahr nicht mehr gezahlt werden.

Kündigungsfrist bei der Riester Rente

Die Riester Rente ist an keine besonderen Vertragslaufzeiten gebunden und kann jederzeit gekündigt werden. Die Kündigungsfrist ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Gängig sind drei Monate zum Quartalsende. Mehr Aufschluss zu den Kündigungsfristen bringt ein Blick in die Vertragsbedingungen.

Die Kündigung der Riester Rente muss in jedem Falle schriftlich erfolgen. Den Brief am besten per Einschreiben mit Rückschein zum Anbieter senden. So lässt sich der rechtzeitige Eingang jederzeit nachweisen.
Um Verzögerungen zu vermeiden, muss das Kündigungsschreiben alle wichtigen Daten wie Vertragsnummer etc. enthalten.

Fazit zur Kündigung der Riester Rente

Eine Kündigung der Riester Rente ist nur in Ausnahmefällen sinnvoll. Für die meisten Situationen gibt es bessere Lösungen. Läuft der Vertrag erst kurz, wird das Guthaben durch die Abschlusskosten oftmals aufgefressen. Bei einer längeren Laufzeit werden jede Menge Zulagen zur Rückzahlung fällig. Wer generell keine Riester Rente mehr wünscht, sollte den bestehenden Vertrag beitragsfrei stellen. In anderen Fällen kann die Übertragung zu einem anderen Anbieter bzw. in eine andere Vertragsform sinnvoll sein.