Riester Rente beitragsfrei stellen

Riester Rente beitragsfrei stellen.

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Wer die Beiträge zur Riester Rente nicht mehr zahlen möchte, kann den Vertrag statt zu kündigen auch beitragsfrei stellen. Im Vergleich zur Auflösung des Vertrags ist dies oftmals die günstigere Variante.

Im Gegensatz zur Riester Kündigung müssen die Zulagen und Steuervorteile bei der Beitragsfreistellung nicht zurückgezahlt werden. Die Riester Rente beitragsfrei stellen ist grundsätzlich bei jedem Anbieter möglich. Anschließend lassen sich die Beitragszahlungen zu jedem beliebigen Zeitpunkt wieder aufnehmen. Unser Ratgeber zeigt, worauf Verbraucher dabei besonders achten sollten.

Beitragsfreistellung vs. Kündigung

Wer seine Riester Rente kündigt, erhält den sogenannten Rückkaufswert zurückerstattet. Läuft der Vertrag erst kurz, kann dieser geringer sein, als die bisher eingezahlten Beiträge. Zu Beginn fallen Abschluss- und Verwaltungskosten an, welche über die ersten fünf Jahre von den Einzahlungen abgezogen werden. Im Falle einer Kündigung wird der Rückkaufswert um die Gebühren reduziert. Zudem müssen bei einer Kündigung auch alle bisher erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden.

Bei einer Beitragsfreistellung bleibt die Förderung dagegen komplett erhalten. Zudem kann mit dem bereits eingezahlten Kapital weiterhin eine Rendite erzielen. Die künftige Rente fällt durch die Beitragsfreistellung zwar geringer aus, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass die Riester Rente zu einem Verlustgeschäft wird.

Welcher Zeitraum ist möglich?

Der Antrag für eine Beitragsfreistellung kann zu jedem Zeitpunkt gestellt werden. Bei den meisten Anbieter gilt hierfür eine Frist von 30 Tagen zum Monatsende. Dabei kann der Vertragsinhaber selbst entscheiden, ob diese für einen bestimmten Zeitraum oder bis zum Laufzeitende gelten soll. Wurde die Riester Rente aufgrund eines finanziellen Engpasses beitragsfrei gestellt, können die Einzahlungen zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden. Insofern sorgt die Beitragsfreistellung für eine gewisse Flexibilität bei den Riester Verträgen.

Keine Zulagen während der Beitragsfreistellung

Solange keine Beiträge in den Riester Vertrag eingezahlt werden, erhalten Sparer auch keine staatlichen Zulagen. Deshalb kann es sinnvoll sein, zumindest den Sockelbetrag von 60 Euro einzuzahlen. Alternativ zur Beitragsfreistellung können die Beiträge auch reduziert werden. In diesem Fall ist es ratsam, sich die spätere Rentenzahlung neu berechnen zu lassen.

Gefahr für den Pfändungsschutz

Die Riester Rente bietet unter anderem den Vorteil, dass sie im Falle einer Insolvenz nicht gepfändet werden kann. Dies gilt allerdings nur, solange Zulagen in den Vertrag fließen. In den letzten Jahren haben gleich mehrere Gerichte dahingehend entschieden. Wer seine Riester Rente ruhen lässt, riskiert somit den Pfändungsschutz. Wurden bereits größere Beiträge eingezahlt und steht möglicherweise eine Insolvenz an, sollte die Beitragsfreistellung genau überdacht werden. Lesen Sie hier mehr zu den Vor- und Nachteilen der Riester Rente.

Beitragsfreistellung immer schriftlich beantragen

Damit die Beitragsfreistellung wirksam wird, muss der Antrag schriftlich gestellt werden. Wer den Antrag rechtzeitig stellt, kann bereits im Folgemonat mit den Einzahlungen ausgesetzt werden. Eine Reduzierung des Beitrags lässt sich ebenfalls schriftlich beantragen. Um Verzögerungen zu vermeiden muss das Schreiben alle wichtigen Daten enthalten. Hierzu gehören insbesondere Namen und Vertragsnummer. Sobald die Beitragsfreistellung bearbeitet wurde erhält der Kunde von seinem Anbieter eine schriftliche Bestätigung.