Riester Rente für Hausfrauen

Hausfrauen gehören zu den Risikogruppen, die besonders häufig von Altersarmut betroffen sind. Wer sich zuhause um Familie und Kinder kümmert oder längere Zeit in Teilzeit arbeitet, erhält nur eine geringe Rente. Zwar werden Kindererziehungszeiten oder berufliche Ausbildungen bei der gesetzlichen Rente angerechnet, zur Sicherung des Lebensunterhalts im Alter reicht diese jedoch nicht aus. Deshalb ist es gerade für Hausfrauen wichtig, sich möglichst frühzeitig um ihre Altersversorgung zu kümmern. Mit der Riester Rente für Hausfrauen ist der Aufbau einer staatlich geförderten privaten Altersvorsorge bereits ab 5 Euro im Monat möglich. Daher ist die private Altersvorsorge für Hausfrauen mit einer Riester Rente sinnvoll.

Wie können Hausfrauen riestern?

Von der Riester Förderung profitieren können alle Personen, welche in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Da Hausfrauen bzw. Hausmänner aufgrund des fehlenden oder geringen Einkommens keine Beiträge abführen, sind sie nicht direkt förderberechtigt. Sie gehören somit zum mittelbar zulageberechtigten Personenkreis.

Konkret bedeutet dies, das die Riester Rente für Hausfrauen nur dann möglich ist, wenn der Ehepartner unmittelbar zulagenberechtigt ist. Zudem muss dieser selbst einen Riester Vertrag abgeschlossen haben.

Unmittelbar zulagenberechtigt sind unter anderem:

  • Rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer und Selbstständige
  • Bezieher von Arbeitslosengeld, Krankengeld
  • Geringfügig Beschäftigte

Verfügt der Ehepartner über einen eigenen Vertrag, kann die Hausfrau ebenfalls eine Riester Rente abschließen. Um die volle Förderung zu erhalten muss dabei lediglich der Sockelbeitrag von 60 Euro pro Jahr eingezahlt werden.

Wie hoch fallen die Zulagen für Hausfrauen aus?

Die jährliche Grundzulage beträgt 154 Euro, diese kann von beiden Ehepartnern in Anspruch genommen werden. Dazu gibt es für jedes kindergeldberechtigte Kind pro Jahr nochmals 185 Euro dazu. Bei Kindern, die nach dem 31.12.2007 geboren wurden erhöht sich die Zulage auf 300 Euro. Zu beachten ist, dass die Kinderzulage nur auf einem Riester Vertrag gutgeschrieben wird.

Damit der Ehemann die volle Förderung erhält, muss er mindestens vier Prozent seines Bruttovorjahreseinkommens in den Vertrag einzahlen. Dabei werden jedoch Grundzulage und Kinderzulagen vom Sparanteil abgezogen. Dies gilt auch dann, wenn der Partner einen eigenen Riester Vertrag abgeschlossen hat. Beide dürfen die Kinderzulagen von der Sparleistung abziehen.

Eine Ausnahme gilt, wenn die Hausfrau Kindererziehungszeiten bei der Deutschen Rentenversicherung gutgeschrieben bekommt. In diesem Fall ist sie direkt zulagenberechtigt und bekommt die Kinderzulagen automatisch auf ihr Vertragskonto. Der Ehemann darf diese dann nicht auf seinen Sparanteil anrechnen. Gleiches gilt auch, wenn die Frau einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgeht. Sofern sie über kein eigenes Einkommen verfügt reicht es aus, den Sockelbeitrag von 60 Euro einzuzahlen.

Beispiel einer Riester Rente für Hausfrauen

Der Ehemann ist sozialversicherungspflichtig beschäftigt und bezog im Vorjahr ein Bruttoeinkommen von 30.000 Euro. Er ist somit unmittelbar zulagenberechtigt. Die Ehefrau kümmert sich um die 5 und 8-jährigen Kinder und ist deshalb mittelbar zulageberechtigt.

Vier Prozent des Vorjahreseinkommens sind 1.200 Euro. Davon kann er jedoch, seine Grundzulage sowie die Zulagen der beiden Kinder von insgesamt 678 Euro abziehen. Somit muss er effektiv nur 522 Euro in den Vertrag einzahlen. Auf seinem Riesterkonto werden dann Einlagen sowie die Grundzulage von 154 Euro gutgeschrieben.

Die Ehefrau zahlt den Sockelbeitrag von 60 Euro ein und erhält die Kinderzulagen sowie natürlich ihre Grundzulage.

Kindererziehungszeiten unbedingt beantragen

Erziehungszeiten sind einer verpflichtenden Beitragszeit gleichgestellt. Als Kindererziehungszeit gilt der Zeitraum innerhalb der ersten drei Lebensjahre. Die Anrechnung für drei Jahre erfolgt jedoch nur für Kinder, die ab dem 01.01.1992 geboren wurden. Mütter, die vor 1920 geboren wurden erhalten keine Anrechnung der Erziehungszeiten.

Wichtig: Damit die jährliche Zulage für die Riester-Rente ordnungsgemäß bewilligt werden kann, müssen beim Zulagenantrag auch die Kindererziehungszeiten gemeldet werden.

Welche Riester Produkte eignen sich für Hausfrauen?

Die Riester Rente muss in letzter Zeit vor allem aufgrund der teilweise hohen Kosten einige Kritik einstecken. Hausfrauen, die nur den Sockelbetrag in die Riester Rente einzahlen, sollten deshalb auf ein Produkt mit geringen Gebühren achten. Hier bietet sich insbesondere ein Banksparplan an, weil auf Abschluss- und Verwaltungsgebühren verzichtet wird. Wer eine selbst genutzte Immobilie abbezahlt oder den Umzug in die eigenen vier Wände plant, kann die Zulagen auch zur Finanzierung verwenden. Eine Riester Rentenversicherung ist aufgrund der Gebühren dagegen eher ungeeignet.