Ist die Riester Rente sinnvoll für mich?

Ist die Riester Rente sinnvoll?

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Wer seinen gewohnten Lebensstandard auch im Alter beibehalten möchte, kommt um eine private Altersvorsorge nicht herum. Im Vergleich zu anderen Vorsorgeprodukten bietet die Riester Rente den Vorteil, dass sie staatlich gefördert wird.

Im Ruhestand erhalten Sparer eine lebenslange monatliche Rente. Ob eine Riester Rente sinnvoll ist hängt dabei immer auch von den persönlichen Voraussetzungen ab. Wichtig ist zudem, dass Verbraucher sich für das richtige Produkt entscheiden.

Riester Rente sehr sinnvoll für Familien

Für Familien mit Kindern ist die Rieste Rente besonders sinnvoll. Denn neben der allgemeinen Grundzulage von 154 Euro pro Jahr kommt hier noch die Kinderzulage hinzu. Für Kinder, die ab 2008 geboren wurden, gibt es 300 Euro extra pro Jahr. Bei älteren Kinder beträgt die Zulage 185 Euro. Dadurch lassen sich Förderquoten von mehr als 50 Prozent erreichen. Eine Familie mit drei Kindern, die nach 2008 geboren wurde kommen auf eine Gesamtförderung von 1.054 Euro jährlich. Bei zwei Kindern wären es immerhin noch 754 Euro.

Wann die Riester Rente noch sinnvoll ist:

  • Alleinerziehende, die nicht erarbeiten müssen lediglich den Sockelbeitrag einzahlen, um von der vollen Zulage zu profitieren. Gleiches gilt auch für Geringverdiener. Dies gilt allerdings nur dann, wenn die Rente über der Grundsicherung liegt. Ansonsten wird diese angerechnet.
  • Erwerbstätige unter 25 Jahren erhalten beim Abschluss einen einmaligen Bonus von 200 Euro.
  • Bei Verheirateten kann sich der Ehepartner durch Einzahlung des Sockelbeitrags mitversichern. Im Todesfall ist die Rente dann vererbbar.
  • Sparer mit mittlerem oder hohen Einkommen profitieren neben den Zulagen noch von steuerlichen Vorteilen. Einzahlungen und Zulagen können bis zu einem Betrag von 2.100 Euro als Sonderausgaben geltend gemacht werden.

Riester Rente sinnvoll für Beamte?

Im Vergleich zu Arbeitnehmern erhalten Beamte von ihrem Dienstherrn eine relativ solide Grundsicherung. Der Ruhegehaltssatz beträgt maximal 71,75 Prozent. Um die finanzielle Lücke auszugleichen können auch Beamte eine Riester Rente abschließen.

Da die Grundabsicherung bereits vorhanden ist, bietet sich hierfür ein Fondssparplan an. Fondssparpläne ermöglichen eine höhere Rendite, bei einem gewissen Risiko. Das eingezahlte Kapital ist jedoch ebenso wie die Zulagen garantiert. Zu Verlusten kann es nur bei einer vorzeitigen Auszahlung kommen.

Riester Rente und Hartz 4: möglich wenn…

Paar bei Riester Beratung

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Eine zusätzliche Rente kann sich auch für Empfänger von Hartz 4 lohnen. Hierbei ist die Besonderheit des Übergangsjahres zu beachten. Sofern der Sparer im Jahr vor der Grundsicherung ein Einkommen von monatlich 2.000 erzielt hat, ist für die volle Förderung eine Einzahlung von mindestens 80 Euro erforderlich. Bei der Riester Rente wird immer das Einkommen des Vorjahres zugrunde gelegt, auch im umgekehrten Fall.

Es findet somit ein Ausgleich statt. Seit 2011 wird durch die Jobcenter nichts mehr an den Rentenversicherungsträger überwiesen. Somit sollten Bezieher von Hartz 4 über eine zusätzliche Rente nachdenken. Die volle Förderung gibt es schon bei Einzahlungen von 5 Euro im Monat bzw. 60 Euro pro Jahr.

Riester Rente für geringfügig Beschäftigte?

Viele Geringverdiener stellen sich die Frage, ob eine Riester Rente sinnvoll ist. Die erforderlichen Beiträge richten sich immer nach der Höhe des Einkommens. Für die maximale Förderung müssen 4 Prozent des Bruttovorjahreseinkommens in den Riester Vertrag eingezahlt werden. Je geringer das Einkommen, desto niedriger die einzuzahlenden Beträge. Wer als geringfügig Beschäftigter 450 Euro monatlich verdient muss somit nur 60 Euro in Jahr einzahlen und erhält dennoch die volle Riester Förderung.

Wer jetzt eine Immobilie kaufen möchte?

Steht in nächster Zeit ein Immobilienkauf an, ist ein Wohn-Riester-Vertrag empfehlenswert. Auf diese Weise fließen Zulagen und Steuervorteile in die Tilgung des Darlehens mit ein. Durch die staatliche Förderung lässt sich der Immobilienkredit schneller zurückführen. Ein solches Riester-Darlehen kann sich auch dann lohnen, wenn der Zinssatz im Vergleich zu einem nicht geförderten Darlehen etwas höher ist.

Um von der Förderung zu profitieren müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein.

So werden grundsätzlich nur selbst bewohnte Immobilien gefördert. Wie bei allen Riester Verträgen werden die Vorteile im Rentenalter versteuert.
Hierfür wird ein fiktives Konto, das sogenannte Wohnförderkonto eingerichtet. Der Vorteil von Wohn-Riester liegt im mietfreien Wohnen. Da in diesem Fall keine Rente gezahlt wird, erfolgt die Berechnung der steuerlichen Belastung über das Wohnförderkonto.

Riester Rente sinnvoll für einen späteren Immobilienerwerb

Ist die selbst bewohnte Immobilie erst in einigen Jahren geplant bieten sich ein Riester-Bausparvertrag oder ein Banksparplan an.

Ein Bausparvertrag bietet den Vorteil, dass Sparer sich bereits jetzt die günstigen Zinsen sichern können. Dies ergibt für den späteren Bauherrn eine gewisse Planungssicherheit. Einen Nachteil gibt es jedoch, wenn das Bauspardarlehen später doch nicht benötigt wird. Die Verzinsung ist im Vergleich zu anderen Sparformen geringer. In diesem Fall kann es Sinn machen, den Bausparvertrag in eine andere Riester-Variante zu überführen.

Wer sich bezüglich des Immobilienkaufs noch unsicher ist, bleibt mit einem Riester-Banksparplan flexibel. Das angesparte Geld kann später als Kapital für die Eigenheimfinanzierung eingesetzt werden. Die Form des Darlehens kann in diesem Fall frei gewählt werden. Dabei gilt natürlich das Zinsniveau zum entsprechenden Zeitpunkt. Eine Planungssicherheit gibt es diesbezüglich nicht. Zwar kann auch aus anderen Riester Verträgen Geld für eine Eigenheimfinanzierung entnommen werden, aufgrund der hohen Abschluss- und Verwaltungskosten lohnt sich dies jedoch zumeist nicht.

Riester Rente sinnvoll für sicherheitsorientierte Sparer

Die Riester Rente gehört zu den sichersten Varianten für eine Altersvorsorge. Dies gilt insbesondere, was die klassische Riester Rentenversicherung betrifft. Hier erhalten Sparer eine garantierte Verzinsung von aktuell 1,25 Prozent (Stand Januar 2017).
Somit steht bereits beim Abschluss fest, wie hoch die spätere Rente ausfallen wird. Aber auch bei den anderen Sparformen ist eine gewisse Sicherheit vorhanden. Die gesetzlichen Regelungen sehen vor, dass für die Auszahlung mindestens das eingezahlte Kapital sowie die Zulagen zur Verfügung stehen müssen. Ein Kapitalverlust ist somit ausgeschlossen.

Nachgelagerte Besteuerung der Riester Rente

Bei der Frage, ob eine Riester Rente sinnvoll ist, sollte auch das Thema nachgelagerte Besteuerung berücksichtigt werden. Die eingezahlten Beiträge werden während der Sparphase nicht versteuert. Dadurch können Sparer in dieser Zeit höhere Zinsen erhalten. Im Gegenzug müssen dann die Auszahlungen versteuert werden. Da der Steuersatz im Alter jedoch zumeist geringer ist, ergibt sich hieraus ein Vorteil.

Zahlungen aus der Riester Rente werden mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Dies gilt auch, wenn ein Teil als Einmalzahlung entnommen wird (bis zu 30 Prozent sind möglich). Die zu zahlende Steuer wird dann im selben Jahr fällig.

Fazit: Für wen ist die Riester-Rente sinnvoll?

Die Riester Rente kann sich grundsätzlich für alle förderberechtigten Personen lohnen. Besonders profitieren können Familien mit Kindern. Aber auch für Singles, Besserverdiener, Geringverdienende oder Beamte ist der Abschluss sinnvoll. Für junge Leute gibt es durch den Berufseinsteiger-Bonus noch einen zusätzlichen Anreiz. Generell gilt, je früher die Riester Rente abgeschlossen wird, desto besser.