Steuerliche Vorteile bei Riester Rente

Die steuerlichen Regelungen wirken bei der Riester Rente auf den ersten Blick etwas verwirrend. Zur Anwendung kommt hier das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Während der Sparphase können die Beiträge in der Steuererklärung als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Im Gegenzug sind die späteren Rentenzahlungen in voller Höhe zu versteuern. Im Prinzip handelt es sich um einen zinslosen Kredit, der vor allem junge Sparer zum Abschluss einer privaten Altersvorsorge ermutigen soll. Doch wie wirkt sich die nagelagerte Besteuerung in der Praxis aus?

Besteuerung der Riester Rente während der Ansparphase

Während der Sparphase kommt der Sonderausgabenabzug zum Tragen. Die finanziellen Aufwendungen können bis zu einem Betrag von 2.100 Euro als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Während der Einzahlungsphase kommt es somit zu keiner steuerlichen Belastung. Erträge und Zinsen bleiben komplett steuerfrei
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Damit die Beiträge als Sonderausgabe berücksichtigt werden, muss die Anlage AV (Altersvorsorge) ausgefüllt und Steuererklärung beigelegt werden. Das Finanzamt führt nun automatisch eine sogenannte Günstigerprüfung durch. Dabei wird ermittelt, ob die staatlichen Zulagen oder der Sonderausgabenabzug für den Steuerpflichtigen günstiger ist. Bei Personen mit hohem Einkommen bringt der Sonderausgabenabzug in der Regel den größeren Vorteil.

Wann ist eine Riester Rente Steuererklärung erforderlich?

Rentner, deren Einkommen über dem Grundfreibetrag liegt, sind zur Abgabe einer Einkommenssteuererklärung verpflichtet. Für 2016 liegt der Grundfreibetrag bei 8.652 Euro für Alleinstehende. Gemeinsam veranlagte Ehepaare müssen ab einem Gesamteinkommen von 17.304 Euro eine Steuererklärung abgeben. Liegt das Einkommen über dem Grundfreibetrag, kann die Steuerlast durch die Angaben von verschiedenen Ausgaben reduziert werden. Zum einen gibt es den Altersentlastungsbetrag in Höhe von 24 Prozent der Bezüge, maximal jedoch 1.140 Euro. Der Entlastungsbetrag entfällt bei Renten, die ab dem Jahr 2040 gezahlt werden.

Anerkannt werden unter anderem Vorsorgeaufwendungen wie Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Unfall-, oder Haftpflichtversicherung. Ausgaben für haushaltsnahe Aufwendungen wirken sich ebenfalls steuermindernd aus. Hierzu gehören beispielsweise Putz-, Renovierungs-, Gärtnerarbeiten oder Ausgaben für Pflegedienste.

Eine Werbungskostenpauschale wird vom Finanzamt automatisch abgezogen, sofern keine höheren Aufwendungen geltend gemacht werden. Steuermindernd wirken sich außerdem weitere Sonderausgaben, wie Spenden, gezahlte Kirchensteuer, Parteibeiträge oder Unterhaltszahlungen an den Expartner aus. Die Riester Rente Steuererklärung lässt sich somit noch positiv beeinflussen.

Riester Steuer bei den verschiedenen Auszahlungsarten

Sparer können bei der Riester Rente bis zu 30 Prozent des vorhandenen Kapitals als Einmalzahlung erhalten. Kapitalauszahlungen müssen im selben Jahr voll versteuert werden. Die Abgeltungssteuer findet bei der Riester Rente keine Anwendung.

Die tatsächliche Steuerlast hängt immer vom Gesamteinkommen. Hierzu zählt neben der gesetzlichen auch eine betriebliche Rente wie auch Auszahlungen aus einer Riester Rente. Zudem erhöht sich das zu versteuernde Einkommen durch Mieteinnahmen oder Kapitaleinkünfte. Hier finden Sie weitere Informationen zur Auszahlung der Riester Rente.

Wie sieht es bei Bezug der Grundsicherung im Alter aus?

Wer im Rentenalter auf den Bezug der Grundsicherung angewiesen ist, bekommt die Auszahlungen einer Riester Rente auf sein Einkommen angerechnet. Deshalb kann es vorkommen, dass die Grundsicherung geringer ausfällt. Zu beachten ist außerdem, dass die Riester Rente während der Auszahlungsphase gepfändet werden kann. Dabei sind natürlich die Pfändungsfreigrenzen zu beachten.

Besonderheiten bei der Wohn Riester Rente Steuererklärung

Neben der klassischen Riester Rente fördert der Staat auch den Bau oder Kauf einer selbst genutzten Immobilie. Statt einer monatlichen Rente profitieren Sparer im Alter vom kostenlosen Wohnen. Dabei gelten dieselben Regeln wie für die klassische Riester Rente, einschließlich der nachgelagerten Besteuerung.

Da hier jedoch keine Rentenzahlungen fließen wird bei Wohnriester ein fiktives Wohnförderkonto eingerichtet. Hier werden die geförderten Tilgungsleisten bis maximal 2.100 Euro pro Jahr notiert. Das Guthaben entspricht somit den Einzahlungen und wird jährlich mit 2 Prozent verzinst. Bei Renteneintritt wird dann das fiktive Guthaben zur Steuerberechnung herangezogen.

Zwei Optionen bei der Wohn Riester Besteuerung

Die Steuer muss bei Renteneintritt längstens bis zum 85. Lebensjahr anhand des persönlichen Steuersatzes auf das Wohnförderkonto gezahlt werden. Hierbei besteht die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Optionen.

Zum einen kann die Steuer in gleichbleibenden Raten bis zum 85. Lebensjahr bezahlt werden. Alternativ lässt sich der Steuerbetrag bei Renteneintritt in einer Summe begleichen. Hierfür erhalten Sparer einen Rabatt, sodass nur 70 Prozent des auf dem Wohnkonto vorhandenen Betrags versteuert werden muss.

Trotz des hohen Rabatts sollte vor einer Entscheidung genau kalkuliert werden. Es kann vorkommen, dass sich bei Einmalzahlung das zu versteuernde Einkommen so erhöht, dass auch der persönliche Steuersatz steigt. In diesem Fall bringt die einmalige Versteuerung im Vergleich zur jährlichen Zahlung Nachteile.