Riester Rente Vor- und Nachteile

Welche Vor- und Nachteile hat die Riester Rente?

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Die Riester Rente wird bereits seit 2002 als staatlich geförderte Variante für eine private Altersvorsorge angeboten. Mittlerweile wurden bereits mehr als 16 Millionen Verträge abgeschlossen. Dies ist auch gut so, denn den meisten Menschen droht im Alter finanzielle Armut, da die gesetzliche Rente kaum ausreichen wird.

Trotz der großen Bekanntheit herrscht bei vielen Menschen noch Unklarheit über die einzelnen Vor- und Nachteile der Riester Rente.

Wir haben für Sie die wichtigsten Vor- und Nachteile der Riester Rente zusammengefasst.

Vorteile der Riester Rente

1. Förderung durch Zulagen

Zu den wichtigsten Vorteilen gehören die staatlichen Zulagen. Der Sparer selbst erhält jährlich eine Grundzulage von bis zu 154 Euro auf seinem Vertragskonto gutgeschrieben. Dazu gibt es pro Kind nochmals 185 Euro bzw. 300 Euro für Kinder, die nach dem 31.12.2007 geboren sind. Um die maximalen Zulagen zu erhalten, sind Einzahlungen von vier Prozent des Bruttovorjahreseinkommens erforderlich. Bei geringeren Beiträgen werden anteilige Zulagen gewährt. Ein Versicherungsnehmer mit zwei Kindern von 3 und 6 Jahren erhält somit jährlich bis zu 754 Euro an staatlichen Zulagen. Junge Sparer unter 25 Jahren erhalten einen einmaligen Bonus von 200 Euro.

2. Hohe Förderquoten möglich

Je nach Einkommen und Zahl der Kinder, lässt sich bei der Riester Rente eine Förderquote zwischen 20 und 90 Prozent erzielen. Bei einer jährlichen Einzahlung von 500 Euro bewegen sich die Zulagen im Schnitt zwischen 125 und 450 Euro. Lesen Sie mehr zum Thema Riester Rente Förderungen.

3. Steuerliche Vorteile

Darüber hinaus können Sparer noch von steuerlichen Vorteilen profitieren. Pro Jahr können bis zu 2.100 Euro als Sonderausgabe bei der Steuererklärung geltend gemacht werden. Dies wirkt sich positiv auf die Einkommenssteuererklärung aus, sodass man im günstigsten Fall Geld vom Staat zurück bekommt.

4. Kapitalgarantie

Finanzielle Verluste sind bei der Riester Rente ausgeschlossen. Bei Rentenbeginn müssen zumindest die eingezahlten Beiträge sowie die erhaltenen Zulagen zur Verfügung stehen. Im ungünstigsten Fall erhalten Sparer somit zumindest ihre Einzahlungen wieder zurück.

5. Schutz bei Pfändung, Insolvenz und Hartz IV

Im Falle einer Insolvenz kann das Kapital eines Riester Vertrags nicht gepfändet werden. Voraussetzung hierfür ist, dass der Sparer die Zulagen in Anspruch genommen hat. Nach einem Urteil des AG München ist Pfändungssicherheit bei einem Vertrag ohne beantragte Zulagen nicht gewährleistet. Zudem wird der Vertrag bei Beantragung von Hartz IV nicht als Barvermögen angerechnet. Die private Altersvorsorge bleibt somit in jedem Fall erhalten.

6. Vertrag flexibel pausieren lassen

Wer aufgrund von finanziellen Problemen die Beiträge nicht aufbringen kann, muss den Vertrag nicht gleich kündigen. Dieser kann stattdessen einfach beitragsfrei gestellt werden. Allerdings werden in diesem Zeitraum keine Zulagen gewährt. Hierfür müssen mindestens 60 Euro pro Jahr eingezahlt werden. In den meisten Fällen ist die Betragsfreistellung der Kündigung dennoch vorzuziehen.

7. Einmalzahlung zu Rentenbeginn

Bei Rentenbeginn können Sparer eine Einmahlzahlung erhalten. Bei Verträgen, die vor 2005 abgeschlossen werden können bis zu 20 Prozent des Gesamtkapitals in einer Summe ausgezahlt werden. Später abgeschlossene Verträgen ermöglichen sogar eine Einmalzahlung von 30 Prozent.

8. Lebenslange Rente

Unabhängig vom vorhandenen Kapital erhalten Sparer immer eine lebenslange Rente ausgezahlt. Diese bleibt während der gesamten Auszahlungsphase garantiert. Der Vertragsinhaber weiss somit genau über die Höhe seiner monatlichen Rente Bescheid.

9. Hinterbliebenenschutz ist möglich

In den Riester Vertrag lässt sich ein optionaler Hinterbliebenenschutz einbauen. Hierzu kann bei Vertragsschluss eine Rentengarantiezeit integriert werden. Verstirbt der Vertragsinhaber während der Auszahlungsphase, wird die Rente während dieses Zeitraums an die Hinterbliebenen ausgezahlt. Bei den meisten Produkten ist eine Garantiezeit von 5 bis 10 Jahren möglich.

Nachteile der Riester Rente

1. Höhe der Förderung ist begrenzt

Pro Jahr können inklusive der Zulagen bis zu 2.100 Euro in die Riester Rente eingezahlt werden. Dies ist zumindest der Betrag, welcher steuerlich geltend gemacht werden kann. Höhere Beträge sind zwar möglich, wirken sich jedoch nicht positiv auf die Förderung aus und müssen komplett versteuert werden.

2. Vererbung ist nur eingeschränkt möglich

Verstirbt der Vertragsinhaber während der Sparphase, stehen nur zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Besitzt der Ehepartner einen eigenen Vertrag, kann das Guthaben auf diesen übertragen werden. Alternativ können Erben sich das Kapital auszahlen lassen. In diesem Fall werden jedoch bereits erhaltene Förderungen vom abgezogen. Die Zulagen und Steuerbegünstigungen entfallen somit.

3. Teilweise hohe Abschlusskosten

Wird die Riester Rente als Versicherung abgeschlossen, fallen hierfür hohe Gebühren an. Dadurch sollen Vertriebs- und Verwaltungskosten abgedeckt werden. Zumeist werden die Gebühren innerhalb der ersten fünf Jahre mit den Einzahlungen verrechnet. Eine Ausnahme gilt für Banksparpläne, bei denen keine Abschlusskosten anfallen. Diese empfehlen sich deshalb besonders für ältere Sparer.

4. Rentenzahlung muss versteuert werden

Da während der Sparphase steuerliche Vergünstigungen gewährt werden, sind die späteren Auszahlungen in voller Höhe steuerpflichtig. Die Versteuerung erfolgt dabei immer mit dem persönlichen Steuersatz.

5. Auszahlung nur bei Wohnsitz innerhalb der EU

Bis vor wenigen Jahren mussten Sparer mit einem Wohnsitz im Ausland ihre Förderungen noch zurückzahlen. Mittlerweile haben Rentner zumindest innerhalb der Europäischen Union einen Anspruch auf die volle Rente. Bei einem Wohnsitz außerhalb der EU gilt jedoch weiterhin die alte Regelung. Die Förderung kann somit zurückgefordert werden.

6. Lohnenswert frühestens ab dem 60 Lebensjahr

So richtig rentabel wird die Riester Rente erst, wenn das 60. Lebensjahr erreicht ist. Ab diesem Zeitpunkt wird die lebenslange Rente ausgezahlt. Bis dato zahlt man lediglich in die Altersvorsorge ein. Bei Verträgen, die ab 2012 geschlossen wurde, ist die Auszahlung frühestens ab dem 62. Lebensjahr möglich.

7. Verträge sind sehr komplex

Die Vertragsbedingungen der einzelnen Produkte sind zumeist sehr komplex. Deshalb sollte man sich vorher individuell beraten lassen. Es besteht sonst die Gefahr, dass der Vertrag nicht zu den persönlichen Voraussetzungen passt bzw. zu teuer ist. Im ungünstigsten Fall übersteigen dann die Gebühren die Förderung des Staates und man macht einen Verlust.

Fazit zu den Riester Rente Vor- und Nachteilen

Bei der Riester Rente gibt es vielfältige Vor- und Nachteile. Diese sollten vor dem Abschluss eines Vertrags genau bedacht werden. Wichtig ist dabei immer, den für die persönlichen Ansprüche besten Tarif zu finden. Dies entscheidet darüber, ob sich die Riester Rente für den Vertragsinhaber lohnt oder nicht.